Kein " Kampfhund-Endlager“ - SPD will sich am Donnerstag Bunker in Unterstedt anschauen

Johannes Heeg

Rotenburg. 

Die vom Landwirtschaftsministerium als Kampfhunde-Heim ausgeguckte ehemalige Bunkeranlage in Unterstedt will sich die SPD am Donnerstag, 12. Oktober, anschauen. Der SPD-Kreisvorsitzende und Landratskandidat Christian Sonnenwald und Bodo Räke, Landtagsabgeordneter und Bürgermeister von Rotenburg, treffen sich um 17 Uhr im Hotel "Waldhof", um mit Ortsbürgermeister Karl-Heinz Kaminski eine Ortsbegehung zu starten.

Warum sich die Beamten im Landwirtschaftsministerium Unterstedt als einzigen Standort in Niedersachsen ausgesucht haben, erklärt Dr. Barbara Gottstein, Referentin für Tierschutz, so: 

"Wir haben uns mit dem Bundesvermögensamt in Verbindung gesetzt und landesweit nach geeigneten Immobilien gesucht." Das Gelände in Unterstedt sei zwar nicht ideal, aber doch einigermaßen brauchbar: "Es liegt ein wenig abseits, ist aber trotzdem erschlossen", so Gottstein.

Wenn alles nach Plan läuft, sollen dort so schnell wie möglich Kampfhunde untergebracht werden, die die Behörden "unzuverlässigen" Haltern weggenommen haben. Bis zu 100 Hunde vor allem der Zuchtlinien American Staffordshire und Pitbull sollen in Unterstedt vorübergehend eine Bleibe finden, bis sie weiter vermittelt werden.

 "Das soll kein Kampfhunde-Endlager werden", betont die Referentin. 

Wie groß der Bedarf zurzeit ist, wusste Gottstein nicht zu sagen: "Wir haben keine Zahlen." 

Wann das Heim eröffnet wird, wusste Gottstein auch nicht: "Am liebsten gestern. 

Aber im Ernst: Es wäre schön, wenn wir zumindest in diesem Jahr noch eine Entscheidung bekämen." Mit Unterstützung aus dem Landkreis Rotenburg darf das Ministerium einstweilen nicht rechnen. 

Oberkreisdirektor Dr. Hans-Harald Fitschen will das Projekt verhindern, sagte er jetzt im Kreistag. Schließlich liege die Anlage in einem Erholungsgebiet mit vielen Wanderwegen. Außerdem sei die ausgeguckte Fläche Teil eines geplanten Landschaftsschutzgebietes, so sein Stellvertreter Hermann Luttmann gestern auf Anfrage.

 "Wir bereiten gerade eine vorläufige Sicherstellung vor", sagte er. Dass das Vorhaben gegen den Willen des Landkreises nur schwer durchzusetzen ist, weiß man auch im Landwirtschaftsministerium: 

"Das würde sehr schwierig", so Dr. Gottstein

 

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